„Älter werden in Offenburg“ Beitrag von Simone Brudy, Mitglied der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg

Offenblatt, 20.10.2021:

Jeder möchte alt werden und, nach Möglichkeit, selbstbestimmt in seinem gewohnten Umfeld bleiben – alt und pflegebedürftig zu sein, gehört nicht zu den Top 10 der Wünsche. Je älter wir werden, desto größer wird jedoch die Wahrscheinlichkeit, auf Hilfe angewiesen zu sein. 80 Prozent der Menschen, die Pflege benötigen, werden derzeit zuhause versorgt. Wer schon in der Situation war, einen Pflege- oder Kurzzeitpflegeplatz zu suchen, weiß, dass die „richtige“ Unterbringungsform häufig die ist, die man bekommt. Die Stadt hat sich schon vor Jahren auf den Weg gemacht, „älter werden in Offenburg“ konstruktiv anzugehen. Ziele und Projekte wurden mit verschiedenen Gremien erarbeitet und 2016 im Grünbuch zusammengefasst. Im jüngsten Ausschuss für Familie und Jugend informierte Frau Perlet über den Sachstand. Mit Herzblut berichtete sie zum Beispiel über den Ausbau der Nachbarschaftshilfen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Eine weitere Information war, dass laut Schätzung der Kreispflegeplanung bis 2030 140 Pflegeplätze, zu den derzeit bestehenden 602 stationären Dauerpflegeplätzen in Offenburg fehlen. Vorausgesetzt, der bisherige Trend zur Unterbringung in Pflegeeinrichtungen bleibt bestehen. Sollte ein Ausbau der ambulanten Pflegeangebote erfolgen, könnte die Zunahme eventuell nicht so hoch sein. Da wir jetzt schon ein Mangel an Pflegeplätzen für Menschen mit Demenz haben, Fachkräftemangel schon Realität ist, die Ausbildung im Pflegebereich nicht attraktiv erscheint, laut Pflegekammer 2035 40 Prozent der derzeit in der Pflege Tätigen in Ruhestand sind und Singlehaushalte zunehmen, bleibt die Schätzung spannend.

Der Pflegebereich unterliegt natürlich den gesetzlichen Rahmenbedingungen, letztendlich aber auch dem freien Wettbewerb – wir als Stadt können Ressourcen einsetzen – verschiedene Akteure zusammenbringen und Möglichkeiten schaffen. Der Vorschlag der Verwaltung, eine strategisch-konzeptionelle Entwicklung des Pflegeangebotes zeitnah zu starten, ist richtig und notwendig. Erfreulich ist die Zusage, auch neue, alternative Betreuungs- und Wohnformen zu prüfen. Ich freue mich darauf.

Simone Brudy, Mitglied der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg

 

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