Der Kehler Stadtbus

Pressemitteilung
 
Die Stadt Kehl will das Stadtbussystem zum Ende des Jahres einstellen, um jährlich 2 Millionen Kosten einzusparen. Unbestreitbar ist, dass Einsparungen an vielen Stellen notwendig sind, auch an schmerzhaften. Der Ortsverband Kehl von Bündnis 90/Die Grünen hält das trotzdem für eine Fehlentscheidung, einfallslos und zu kurz gegriffen.

Zunächst ist die Evaluation des Stadtbusses eine große Enttäuschung. Ein Jahr hat es gedauert, aber mehr als die Zählung der – zugegeben wenigen – Fahrgäste liefert sie nicht. Keine konkreten Vorschläge, wie man es attraktiver, effizienter oder kostengünstiger machen könnte. Bei einer kompletten Streichung würde Kehl hinter das Niveau vor der Einführung des Stadtbussystems 2018 zurückfallen. Da gab es bereits einen Stadtbus in der Kernstadt, die Linie 302. Neben manchen Stadtteilen wie dem Sölling wären auch Auenheim und Zierolshofen erstmal abgeschnitten.

Der Grüne Ortsverband bringt einen Vorschlag ein, bei dem man die Kosten von 2 Millionen halbieren könnte, ein ordentlicher Beitrag zur Kostensenkung: Die Linien K1,K3 und K4 sollen im Vergleich zu jetzt mit halbiertem Takt fahren. Die K1 und K3 werden zu einer neuen Ringlinie verbunden, die abwechselnd in die beiden Richtungen verkehrt. Die neue K1 geht über die Hauptstraße zum Sternen in Sundheim, dann zur Albert-Schweitzer-Schule und zurück zum Rathaus. Die neue K3 geht nach der bisherigen Endstation zum Sternen und dann zurück über die Hauptstraße zum Rathaus. Damit wird nur eine Busgarnitur benötigt, die Kosten sind halbiert.

Der Ortsverband ist überzeugt, dass man mit dieser Ringlinie in der Kernstadt durch die vielen Direktverbindungen deutlich mehr Fahrgäste anzieht. Leutesheim und Auenheim behalten mit der K4 immerhin einen stündlichen Takt, mit der auch der Schulbusverkehr aufrechterhalten werden kann. Es wird keine Umleitung der bestehenden Regio-Busse benötigt, die die Anbindung nach Bodersweier und Rheinau verschlechtert. Wenn weiter Kosten gespart werden müssen, kann über den Verkehr am Sonntag und über die Notwendigkeit der Linien K2 und K5 nachgedacht werden. Auch eine Schleife der K1 in den Sölling zum Schutterrain ist denkbar.

Diese und ähnliche Varianten sollten nun ernsthaft geprüft werden. Wichtig ist uns dabei, dass die gesamten Kosten von Stadt und Kreis berücksichtigt werden, inklusive derjenigen für zusätzliche Schulbeförderungen. Viel Zeit bleibt nach jetzigem Zeitplan leider nicht, da der Gemeinderat Ende April dazu bereits entscheiden soll. Idealerweise würden die Verträge des bisherigen Systems erstmal um 1-2 Jahre verlängert und diese Zeit genutzt, um eine ordentliche Evaluation anzustoßen. Veränderungen im Stadtbus sollten nicht durch die Haushaltslage, sondern durch die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen geprägt sein.

Ein Stadtbus ist zwar keine Pflichtaufgabe einer Stadt. Aber ein funktionierender ÖPNV ist notwendig für viele Bürgerinnen und Bürger, die darauf angewiesen sind. und ein wichtiger Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele, den man nicht einfach komplett streicht.

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