Die zunehmenden Niedrigwasserphasen im Rhein stellen den Hafen Kehl vor große Herausforderungen

Pressemitteilung

Hafen Kehl

Klimawandel schadet Kehler Hafen

Die beiden grünen Landtagsabgeordneten, Bernd Mettenleiter und Michael Joukov, informierten sich vor Ort über die Folgen des Klimawandels und die Zukunft des Hafenstandorts.

Die anhaltende Trockenheit beschäftigt nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch den Hafen Kehl. Die niedrigen Wasserstände des Rheins wirken sich zunehmend auf die Binnenschifffahrt aus. Das bekommt auch der Hafen Kehl zu spüren, weshalb der Grünen-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Kehl, Bernd Mettenleiter, gemeinsam mit Michael Joukov bei Hafendirektor Volker Molz zu Gast waren. Joukov ist Sprecher der grünen Landtagsfraktion für Binnenschifffahrt.

„Wer Industriearbeitsplätze und klimafreundliche Produktion in BaWü sichern will, muss auch die dafür notwendige Infrastruktur sichern“, unterstrich Mettenleiter sein Engagement für den Hafen. Dafür seien funktionierende Schienen- und Wasserverkehre eine wichtige Grundlage.

„Für Häfen sind verlässliche Wasserwege elementar“, stellt Joukov heraus. „Die zunehmenden und immer länger andauernden Niedrigwasserphasen beeinträchtigen die Binnenschifffahrt und schaden damit der Wirtschaft.“ So seien viele große Unternehmen im Hafen auf den Rhein als Lieferweg angewiesen. Niedrige Wasserstände führen dazu, dass Schiffe weniger Ladung transportieren können. Das verteuert Transporte und erschwert verlässliche Lieferketten.

Mettenleiter und Joukov sagten Hafendirektor Molz zu, sich für leistungsfähige und verlässliche Wasserstraßen einzusetzen. Auch bei den Schienenwegen, unterstützt Mettenleiter die Hafenverwaltung: „Rund 5.000 Arbeitsplätze gibt es im Hafen Kehl. Damit diese eine Zukunft haben, braucht es einen funktionierenden Schienengüterverkehr.“

Der Hafen Kehl hat zugleich das Potenzial, eine wichtige Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu übernehmen. Schon heute werden dort Teile von Windenergieanlagen vom Schiff auf die Straße umgeschlagen. Der Transport über den Rhein kann gerade bei großen und schweren Bauteilen eine wichtige Alternative zum Straßentransport sein. Mettenleiter und Joukov sehen hier weiteres Potenzial: Künftig könnten noch mehr Komponenten für Windenergieanlagen über den Hafen Kehl transportiert und von dort zu den jeweiligen Standorten gebracht werden.

Molz machte seinen Gästen darüber hinaus deutlich, dass Häfen schon immer Orte der Transformation waren. Das gelte auch für die Energiewende. Für die Zukunft des Industriestandortes sei deshalb die Versorgung mit Wasserstoff wichtig. Wasserstoff soll dabei Erdgas in industriellen Prozessen ersetzen und die energieintensiven Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität unterstützen.

„Der Hafen Kehl ist nicht irgendeine Verkehrsinfrastruktur, sondern ein zentraler Industrie- und Arbeitsplatzstandort unserer Region“, ist Mettenleiter überzeugt. Wer daher möchte, dass Stahl und andere Industrieprodukte künftig klimafreundlicher hergestellt und transportiert werden, müsse Orte wie Häfen bei der Planung von Wasserstoffversorgung mitdenken. „Erst eine moderne Versorgung mit Wasserstoff ermöglicht vielen Unternehmen einer Weiterentwicklung und ist damit zentraler Beitrag für Standortsicherheit!“, so Mettenleiter.

Der Kehler Hafen ist der siebtgrößte Binnenhafen Deutschlands und, gemeinsam mit Straßburg, das drittgrößte Binnenhafengebiet Europas. Dabei schlägt der Hafen knapp 4,5 Millionen Tonnen Güter im Jahr um.

Bild (v.l.n.r.): Michael Joukov, Bernd Mettenleiter, Volker Molz    ©Domenic Preukschas (Büro Mettenleiter)

 

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