„Elterntaxis“: ein unlösbares Problem? – Ein Beitrag von Dr. med. Annette Steinhausen und Florence Wetzel, Mitglieder der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg 1. März 20258. Dezember 2025 Offenblatt, 01.03.2025 Eltern, die jeden Morgen ihre Kinder bis direkt vor die Schule fahren, stellen eine Gefahr für andere Schulkinder und den Straßenverkehr dar. Das Thema verursacht – wie man auch immer wieder aus der Presse entnehmen kann – zunehmend mehr Ärgernis für Schüler, Eltern und Lehrer. Die Sorge besteht sogar, dass ein Schüler durch ein ungeschicktes Wendemanöver verletzt werden könnte. Appelle an Eltern seitens der Schule scheinen wirkungslos. Die Verwaltung muss sich diesem Thema intensiver annehmen, da dringender Handlungsbedarf besteht. Kreative Ideen seitens der Stadt Offenburg sind nun gefragt. Wäre eine städtisch initiierte, vielleicht mit dem Gesamtelternbeirat koordinierte Kampagne an allen Schulen wirkungsvoll? Ändern Schüler und Eltern der Offenburger Schulen ihr Schulweg-Verhalten durch bessere Informationen? Lassen sie sich davon überzeugen, dass der selbstständig mit dem ÖPNV, dem Rad oder zu Fuß zurückgelegte Schulweg nicht nur gut für das Klima, also die Zukunft der Kinder, ist, sondern auch gut für die persönliche Gesundheit jedes Schulkindes angesichts zunehmender Unsportlichkeit und Übergewichtigkeit in dieser Altersgruppe? Gerade für die Entwicklung der Kinder ist es wichtig, dass sie frühzeitig den sicheren Umgang mit dem Verkehr aktiv erlernen. In Städten wie z. B. Paris und Stuttgart wurden erfolgreich „Schulstraßen“ eingerichtet. Hier wird der Verkehr in den frühen Morgenstunden vor den Schulen durch Schranken oder Lotsen ferngehalten. Für Ausnahmegenehmigungen werden sie zwischenzeitlich geöffnet. Es könnten auch „Kiss-and-Ride“-Zonen ausgewiesen werden. Dies sind speziell markierte Bereiche, in denen Eltern ihre Kinder sicher absetzen können, ohne den Verkehr zu blockieren. Diese Zonen könnten in geringer Entfernung zur Schule angelegt werden, sodass die Kinder den restlichen Weg selbstständig zu Fuß gehen können. Immer zu Beginn des Schuljahres sollte es eine Informationskampagne der Stadt geben, in deren Rahmen SchülerInnen für die ersten Schulwochen auch kostenfrei den Stadtbus nutzen können. In dieser Zeit sollten verstärkt Schulweghelfer und sogenannte „Laufbusse“, bei denen sich Gruppen von Kindern zusammenfinden, um gemeinsam und unter Aufsicht zu Fuß zur Schule zu gehen, zum Einsatz kommen. Auch den Sorgen der Eltern, die aus Sicherheitsgründen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, muss nachgegangen werden. Ein Forum, in dem diese Sorgen der Eltern wahrgenommen werden, Schulwege geprüft und gegebenenfalls auch gesichert werden, und Vorschläge zu besseren Schulbustaktungen vorgebracht werden können, wäre zusätzlich zu einer reinen Informationskampagne sinnvoll. Mit den vorstehenden und weiteren Maßnahmen können wir es erreichen, dass die Schulwege für Kinder- und Jugendliche künftig sicherer werden. Dr. Annette Steinhausen und Florence Wetzel, Mitglieder der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg Teilen mit:Klick, um über Twitter zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet)Klick, um auf Facebook zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Ähnliche Beiträge