Pressemitteilung
Gemeinsam hat der Grüne Landtagsabgeordnete Thomas Marwein mit der Landtagskandidatin Maren Seifert der Stadt Oppenau einen Gemeindebesuch abgestattet.
Beim informellen Austausch mit Bürgermeister Uwe Gaiser im Rathaus wurde deutlich, wie viele Projekte in letzter Zeit in der Schwarzwaldgemeinde schon verwirklicht, aber auch zukünftig noch zu bewältigen sind.
Nach dem Bau des 6-gruppigen Kinder- und Familienzentrums in Ramsbach, das auch viele Oppenauer Kinder besuchen, geht es nun um die Nachnutzung des alten Kita-Gebäudes. In dieses Gebäude soll der Jugendtreff, der dort ein inklusives Angebot machen möchte, umziehen. Gleichzeitig steht die Sanierung des Bürgerhauses an, in dem – neben dem Jugendtreff – derzeit auch Vereine untergebracht sind. Auch eine PV-Anlage soll auf dem Dach des Gebäudes installiert werden.
Weitere große Vorhaben sind das gemeinsame neue Feuerwehrhaus der Feuerwehrabteilungen Oppenau und Ramsbach. Die jetzigen Feuerwehrhäuser bieten an ihren Standorten nicht mehr genügend Platz für die neuen Feuerwehrfahrzeuge und haben einen hohen Sanierungsbedarf. Einsatztechnisch erfolgt durch den gemeinsamen Bau ein Zusammenschluss, organisatorisch bleiben die beiden Feuerwehren jedoch getrennte Einheiten.
Angesichts der vielen Projekte ist natürlich auch die finanzielle Situation der Gemeinde ein Thema – Oppenau ist bezogen auf die Einwohnerzahl die am höchsten verschuldete Gemeinde in der Ortenau. Dies ist vor allem in den 12 Millionen Euro Schulden für den Bau der Gemeinschaftsschule und der großen Fläche der Gemeinde begründet – diese sorgt für höhere Kosten z.B. beim langen Straßennetz, dem Breitbandausbau und der Wasser- und Stromversorgung. Trotzdem ist Bürgermeister Gaiser nicht bange: „Viele Kredite, u.a. für die Gemeinschaftsschule, haben Zinssätze, die unter 1 % liegen. Der Schuldendienst ist somit gut zu meistern. Bei dem Schulbau handelt es sich um eine Investition in die Zukunft unserer Kinder – wir möchten unsere Schule nicht missen! Die Schulden in den Eigenbetrieben sind überwiegend rentierlich.“
Die großen Gewerbebetriebe, darunter die drei hidden champions sorgen gemeinsam mit anderen Unternehmen mit den Gewerbesteuern (Plan 2025: 3,2 Millionen Euro, tatsächliche Einnahmen rund 9 Millionen Euro!) für eine große Entlastung der angespannten Haushaltslage. Thomas Marwein ergänzt: „Außerdem wird sich auch die Zuweisung des Landes an die Gemeinden im Rahmen des Sondervermögens in Höhe von 3,2 Millionen Euro positiv auswirken. Ich freue mich, dass das Land Baden-Württemberg zwei Drittel des Sondervermögens an die Kommunen weitergibt und damit so viel wie kein anderes Bundesland!“
Maren Seifert, die sich als Kreisrätin und Verwaltungsrätin des Ortenauklinikums intensiv mit Gesundheitspolitik beschäftigt, interessierte sich besonders auch für die Gesundheitsversorgung in Oppenau. Diese ist mit dem AVZ Renchtal und einer weiteren Hausarztpraxis gut aufgestellt, von hier aus wird die hausärztliche Versorgung im Renchtal maßgeblich gesichert. Auch im stationären und ambulanten Pflegebereich ist Oppenau mit dem Vincentiusverein und dessen Einrichtungen sehr gut aufgestellt. Der Rettungsdienst ist dagegen deutlich verbesserungsbedürftig, denn die vorgeschriebenen Rettungszeiten können nur in den wenigsten Fällen eingehalten werden. Ohne die Helfer vor Ort des DRK Oppenau sähe es sehr schlecht aus. Deshalb drängt die Stadt auf die Einrichtung und den Bau einer Rettungswache für das Renchtal.
Highlight des Besuchs war die anschließende Besichtigung der Heizzentrale, deren Arbeit von Leiter Andreas Schweiger anschaulich erklärt wurde. Das Blockheizkraftwerk wird mit Hackschnitzeln betrieben, dabei wird nur Holz aus dem Wald und kein verarbeitetes Holz genutzt. Andreas Schweiger erklärt: „Das meiste Holz, ca. 65 %, stammen aus dem eigenen Stadtwald, der Rest aus örtlichem Privatwald und von den örtlichen Sägewerken. Das Blockheizkraftwerk versorgt nicht nur große Wohnblöcke, sondern auch das Vincentiushaus und alle städtischen Gebäude und Einrichtungen, wie Rathaus, Günter-Bimmerle-Halle, Freizeitbad und Franz-Rapp-Schule. Außerdem sind in den letzten Jahren immer mehr kleine private Anschlussnehmer dazugekommen.“
Die Fernwärme wird schon seit 2012 enorm ausgebaut. Seit 2022 wird die Wärmeversorgung als Eigenbetrieb von der Stadt Oppenau betrieben.
Da zu Spitzenabnahmezeiten die 1700 kW-Leistung des Kessels nicht ausreichen – an Weihnachten gab es eine Abnahme von 4000 kW – kommt mit einem Gesamtanteil von ca. 5% ergänzend ein Ölkessel zum Einsatz. Für 2027 ist dann der Einbau eines 2. Kessels geplant, der über das Dach in die Halle geliefert und eingebaut werden soll. „Für dieses Vorhaben wünsche ich der Stadt Oppenau gutes Gelingen und viel Erfolg!“, so Maren Seifert, der die Energie- und Wärmewende in der Ortenau als Aufsichtsrätin der Offenburger Wärmeversorgung, als Aufsichtsrätin des E-Werks-Mittelbaden und als Gründungsmitglied der Bürgerenergiegenossenschaft Ortenau ein echtes Anliegen ist.
—
Bild (v.l.n.r.): Thomas Marwein, Mdl, Maren Seifert, Grüne Landtagskandidatin sowie Bürgermeister Uwe Gaiser
Artikel kommentieren