Kiesstrategie Rheinau: Gegen weitere Waldrodung in Diersheim

Pressemitteilung vom 18.12.2025

Der Grüner Gemeinderat Andreas Durban stimmte im Rheinauer Gemeinderat gegen eine weitere Waldrodung in Diersheim. Dies ist ein klares Bekenntnis zum Auenwald und eine Ablehnung des „faulen Kompromisses“ trotz finanzieller Druckkulisse.

In der gestrigen Sitzung des Rheinauer Gemeinderats wurde über die langfristige Kiesstrategie der Stadt entschieden. Während die Mehrheit des Gremiums der Vorlage zustimmte, votierte Andreas Durban (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied der Fraktionsgemeinschaft SPD/WfR/Grüne, klar mit Nein. Grund für die Ablehnung ist die darin enthaltene Genehmigung zur Erweiterung des Kieswerks Diersheim, der weitere 4,5 Hektar wertvoller Rheinauenwald zum Opfer fallen sollen.

Obwohl Durban die langfristige Verlagerung des Abbaus auf die Niederterrasse grundsätzlich begrüßt, zog er gestern eine klare rote Linie – auch abweichend von Teilen seiner Fraktionskollegen.

Waldschutz ist unbezahlbar
In seiner Rede vor dem Gemeinderat machte Andreas Durban deutlich, dass der geplante „sanfte Übergang“ zu Lasten der Natur geht: „Wir opfern in Diersheim für weitere Jahre wertvollen, klimastabilen Auenwald. In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels ist ein solcher Wald unsere wichtigste natürliche Klimaanlage. Ihn jetzt noch für Kiesabbau zu roden, ist nicht mehr zeitgemäß.“

Kritik am finanziellen Druck
Dem im Vorfeld und in der Sitzung häufig vorgebrachten Argument, die Stadt sei auf die Pachteinnahmen von rund 400.000 Euro angewiesen, trat der seit Mitte 2024 amtierende Gemeinderat entschieden entgegen. Er betonte, dass politische Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte, in denen keine Alternativen entwickelt wurden, heute nicht als Begründung für ökologischen Raubbau dienen dürften. „Ein intakter, alter Wald ist unbezahlbar. Wir dürfen unsere ökologische Zukunft nicht für kurzfristige Haushaltslöcher verkaufen“, so Durban.

Signal für den Bürgerentscheid
Mit seinem Nein-Votum bricht Andreas Durban die vermeintliche Einstimmigkeit im Rat und gibt den Kritikern der Erweiterung eine Stimme im Parlament. Dies ist auch ein wichtiges Signal im Hinblick auf den anstehenden Bürgerentscheid.

„Ich konnte diesen Kompromiss mit meinem Gewissen nicht vereinbaren“, resümiert Durban. „Als Grüner wurde ich gewählt, um unsere Lebensgrundlagen zu schützen. Das habe ich mit meiner Stimme getan.“

 

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