Nachtigall, ich hör`dir trapsen – Ein Beitrag von Dr. med. Annette Steinhausen, Mitglied der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg

Offenblatt, 06.07.2025

Sie erinnern sich an die auch in der Presse heiß diskutierten Pläne zum Neubau des Landratsamtes im Stadteingang Nord? Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb brachte Entwürfe eines großen, gläsernen Gebäudes hervor. Dann ließ das Angebot des Areals der alten Burda-Druckerei die Preise sinken und unerwartet stellte der geplante Bahntunnel den Neubau auf dem Grossmann-Grundstück im Norden in Frage.

Ebenso unerwartet war das Defizit der Haushaltslage des Kreises im Frühjahr, so dass zunehmend viele Kreistagsmitglieder verschiedener Fraktionen der Mut zum Neubau verließ. Bereitgestellte Gelder wurden reduziert und weitere Planungen ermöglicht. Eine Sanierung des alten Gebäudes in der Badstraße schien auch Kreisräten außerhalb der Fraktion der Grünen wieder überlegenswert.

Denn diese Position vertreten wir: Dieses 43 Jahre alte Verwaltungsgebäude mit einem Skelettbau als Tragstruktur ist rückbaubar. Fassaden und Wände können ausgetauscht und umgestaltet werden, ohne den Bestandschutz zu gefährden. Wir haben uns fachmännisch beraten lassen und vorliegende Gutachten berücksichtigt. Ein Neubau neben dem bestehenden Landratsamt könnte zusätzliche Kapazität bieten und eine Sanierung im laufenden Betrieb vereinfachen.

In der modernen Architektur steht die Nutzung vorhandener Bausubstanz vor dem Neubau, um Energie und Ressourcen zu schonen. Gunnar Lehmann, Kreisvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten im Interview der BNN zum Thema Landratsamt: „Ich meine, dass das Ziel eines modernen, bürgerfreundlichen Gebäudes auch mit einem mutigen und innovativen Sanierungskonzept erreicht werden kann“

Aber hinter den Kulissen gehen die Anstrengungen weiter, den Traum eines neuen „Hauses der Ortenau“ zu verwirklichen. Unverhofft könnte schon im Juli durch Beschluss eines Grundstückskaufs die Entscheidung für den Neubau gebahnt werden. Das Unternehmen, welches diesen Auftrag erwartet, tat sein Bestes, um von der Sanierung abzuraten. Der Offenburger Gemeinderat ebnete die Wege für beide Grundstücke durch die Abrissförderung der Druckerei und das Bebauungsplanverfahren im Norden.

Und was macht dann Offenburg mit den Hinterlassenschaften in der Badstraße? Eine Nachnutzung des Verwaltungsgebäudes für Wohnzwecke ist aufwendiger.

Dr. med. Annette Steinhausen, Mitglied der Grünen Gemeinderatsfraktion Offenburg

 

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