Antrag: Ansiedlung des Bienenbaums in Offenburg

27.2.16

Ansiedlung des Bienenbaums in Offenburg

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

wie schon Franz Beckenbauer sagte: „Wenn in China ein Radel umfällt“, ist das für Deutschland im Allgemeinen und das Oberzentrum Offenburg im Besonderen wenig interessant. Von Interesse allerdings sollte für uns sein, dass ein Baum aus dem gebirgigen Norden Chinas in Deutschland zunehmend als wertvolle Antwort auf ökologische Probleme der Honig- und Wildbienen wie auch anderer Insekten gesehen wird:

Ich spreche, Sie ahnen es, vom Bienenbaum Euodia hupehensis (auch: Tetradium, Duftraute, Bee-Bee Tree, Honigbaum), dessen Verbreitung auf Offenburger Gemarkung wir durch diesen Antrag fördern wollen. Dieser Baum ist für Bienen und für die Imkerei von unschätzbarem Wert. Er blüht von Juni bis Oktober, in einer Zeit also, in der das Nektarangebot unserer ökologisch verarmenden Kulturlandschaft nachlässt, die Bienen aber ihre Brut fürs nächste Jahr erneuern. Der Bienenbaum ist aber nicht nur Nahrungsquelle für Honigbienen; während seiner Blüte wird er von
Wildbienen, Hummeln, Wespen, Schwebfliegen und verschiedenen Faltern besetzt. Meisen, Dompfaff, Buchfinken und Spatzen schätzen seine purpurroten Samen und im Gegensatz zu Eichen- oder Buchenblättern wird das Herbstlaub des Bienenbaums von Regenwürmern als Delikatesse geschätzt und verarbeitet.

Der Bienenbaum erträgt aufgrund der klimatischen und geologischen Bedingungen seiner Herkunft harte Winter genauso wie – und das ist wichtiger – heiße Sommer. Er ist deshalb eine gute Option für klimawandelangepasste Bäume. In Ungarn hat der Bienenbaum sich als Straßenbaum bewährt, in Deutschland wird dies kritisch gesehen. Zunehmend bevorzugt wird er aber als Option für Parks und größere Gärten.

Diese wenigen Zeilen werden genügt haben, um Sie, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, vom Wert dieses Baumes zu überzeugen, so dass Sie dem folgenden Antrag sicher aufgeschlossen gegenübertreten:

Die Stadt Offenburg fördert die Verbreitung des Bienenbaums auf ihrer Gemarkung durch

  • vermehrte Pflanzung in städtischen Liegenschaften insbesondere Parks und größeren Grünflächen;
  • Pflanzung insbesondere im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen;
  • Aufnahme in die Liste öko-wertvoller Gehölze, den Privatgärtnern zur Anpflanzung empfohlen.

Die Stadtverwaltung stimmt die Pflanzungen mit den örtlichen Imkervereinen und Umweltgruppen ab.

Abschließend eine Bemerkung: Das Bienensterben im Jahre 2008, insbesondere in der Region um Offenburg, stand im Zentrum der Aufmerksamkeit. Weniger beachtet wird der schleichende Verlust von Wildbienen, Schwebfliegen etc. Unser Vorschlag ist ein kleiner Schritt der Wiedergutmachung des 2008 angerichteten Schadens und hoffentlich nicht der einzige Schritt gegen das Aussterben wichtiger Insekten.

Ich danke Ihnen für die freundliche Aufnahme dieses Antrags und seine Weiterleitung an die Gremien des Gemeinderats.

Mit freundlichen Grüßen,

i.A. Stefan Böhm

Stadtrat Grüne Offenburg

Bienenbaum-Foto mit freundlicher Genehmigung von Konrad Schweizer, 2008, flickr

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