Grünen Politiker Marwein zu Besuch in der Mediclin Staufenburg Klinik in Durbach

Pressemitteilung

Thomas Marwein, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, besucht die Mediclin Staufenburg Klinik in Durbach. Neben allgemeinen Informationen über die Rehabilitationsklinik geht es dabei auch um Folgen der Corona-Pandemie.

Im Austausch mit der Regionalgeschäftsführerin Patricia Schneider erfuhr Marwein, dass der Schwerpunkt der Staufenburgklinik bei Stoffwechsel- und onkologischen Erkrankungen liegt. Als Besonderheit verfügt die Privatklinik seit 2013 zudem über ein kleines Traumazentrum, in dem posttraumatische Belastungsstörungen behandelt werden. Während in der Klinik an der Lindenhöhe in Offenburg Akutpsychatrien behandelt werden, geht es bei der Staufenburgklinik in Durbach in erster Linie um Rehabilitation. Im Pflegebereich seien nach wie vor überwiegend Frauen tätig, so Schneider. Von den 200 Mitarbeiter*innen der Staufenburgklinik seien viele in Teilzeit angestellt, was in etwa 120 Vollzeitkräften entspreche.

Bei Bewertungen schneide die Staufenburgklinik gut ab. Patienten schätzten nicht zuletzt die ruhige Lage und die gleichzeitig schnelle Anbindung an Offenburg und Straßburg.

Schneider informierte darüber, dass das Gesundheitswesen vom System her an sich autark aufgebaut sei und sich jeder Bereich für sich entwickle. Aus der Sicht von behandelnden Personen und Betreibern kritisierte sie in diesem Zusammenhang das fehlende Gesamtbild.

Aufgrund wirtschaftlicher Aspekte komme es inzwischen immer wieder zu frühzeitigen Entlassungen aus dem Krankenhaus, wobei bei der Rehabilitation als zweiter Instanz dann häufig die Strukturen für einen nahtlosen Übergang fehlten. In 60 Prozent der Fälle kämen die Patienten allerdings von Zuhause nach Durbach und nicht direkt aus dem Krankenhaus.

Als weitere Herausforderung nannte Schneider die Tatsache, dass sämtliche Investitionen (inklusive Instandhaltungsmaßnahmen) von der Klinik selbst finanziert werden müssten. Beispielsweise gebe es für die Bereitstellung von WLAN keine Förderungen, jedoch sei eine Bereitstellung Anspruch der Patienten.

In der Regel mache der Stoffwechselbereich im Alltag über 50 Prozent der Fälle aus. Jedoch sei dieser Bereich während Corona stark eingebrochen und Behandlungen seien auf später verschoben worden. Deutschlandweit war Mediclin einer der ersten Konzerne, der sich mit Long bzw. Post Covid befasst habe und seit 2022 auch behandelt. Natürlich würde man aus heutiger Sicht das ein oder andere anders angehen, jedoch hätten Mediclin – wie auch den Landesregierungen und der Bundesregierung – verschiedene Wissenschaftler und Experten aus zahlreichen Bereichen zur Seite gestanden. Inzwischen sei die Anzahl an Patienten mit Long Covid wieder rückläufig und seit einem Jahr wird Corona auch nicht mehr diagnostiziert. Marwein ergänzte: „Aus der Pandemie haben wir gelernt, dass Masken und Medikamente nicht mehr ausschließlich aus China kommen dürfen, sondern wieder in Europa hergestellt werden müssen.“ Schneider bestätigte diese Einschätzung.

Als Folge der Corona-Krise ist der Behandlungsbedarf von jungen Menschen mit psychischen Problemen stark gestiegen und nach wie vor hoch. Ein wesentlicher Grund hierfür sei Schneider zufolge das Fehlen eines strukturierten Tagesablaufs gewesen. Bei der Staufenburgklinik habe man sich nach einem Monat bewusst gegen Kurzarbeit entschieden, da dieses Modell nicht für das Gesundheitswesen gemacht sei. Die Angestellten seien froh über die geregelten Arbeitszeiten gewesen. „Die Pandemie hat Spuren bei der Gesellschaft hinterlassen“, so Schneider. „Die Nachfrage nach stationären Angeboten hat abgenommen, stattdessen haben Patienten mehr Interesse an einer ambulanten Behandlung.

Abschließend ging es noch um die aktuelle Beschäftigungssituation. Bei der Staufenburgklinik seien aktuell, außer im medizinischen Bereich, alle Stellen besetzt. An dieser Stelle kritisierte Schneider unter anderem den hohen Numerus Clausus für ein Medizinstudium. „Medizinische Berufe müssen wieder attraktiver werden. In den letzten Jahren wurden diese viel schlecht geredet und negativ belastet. Außerdem sollten nicht alle Berufe akademisiert werden, der Fokus darf nicht einseitig gesetzt werden.“

Marwein erkundigte sich noch nach der Bedeutung von Fachkräften aus dem Ausland. In der Pflege gebe es einen kleinen Anteil an ausländischen Fachkräften, im therapeutischen Bereich seien ein paar Grenzgänger dabei. „Ausländische Fachkräfte sind eine wichtige Unterstützung, sie dürfen aber nicht den größten Anteil ausmachen“, betonte Schneider. Nicht außer Acht lassen dürfe man zudem die Tatsache, dass das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland dann einen Fachkräftemangel in den Heimatländern bewirke.

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Bild: Regionalgeschäftsführerin Patricia Schneider und der Landtagsabgeordnete Thomas Marwein

© Wahlkreisbüro Thomas Marwein MdL

 

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