„Eine Rückkehr zur Atomenergie wird es nicht geben“

Michael Bloss MdEP spricht beim Dreikönigstreffen der Offenburger Grünen über Europapolitik

(Offenburg) Auf Einladung der Offenburger Grünen zum traditionellen Dreikönigstreffen sprach Michael Bloss MdEP bei seinem Impulsvortrag über seine Arbeit im Europaparlament sowie über die Pläne der EU Kommission, Atomkraft und Gas in die EU-Taxonomie für ein europäisches Ökosiegel für Finanzinvestitionen mit aufzunehmen. Aufgrund der Corona-Lage fand das Treffen digital statt.

Zu Beginn begrüßte Thomas Marwein MdL als Vorstand der Offenburger Grünen die Gäste und übergab dann das Wort an Michael Bloss. Er berichtete über seine Arbeit im Europaparlament, wo er als Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, als stellvertretendes Mitglied im Umweltausschuss und als Mitglied der US Delegation im Europäischen Parlament tätig ist. Sein Hauptthema ist der Klimaschutz. Hierzu informierte er zum aktuellen Vorschlag von Kommissionschefin Ursula von der Leyen, die einen neuen EU-Standard für nachhaltige Investitionen, die sogenannte EU-Taxonomie, einführen will. Die Taxonomie definiert, welche Energiequellen als nachhaltig gelten. Erst kurz vor Mitternacht am 31. Dezember 2021 wurde der Vorschlag vorgelegt. Zuvor war der Vorschlag immer wieder verschoben worden. 

Michael Bloss: „Hier ist wichtig zu sagen: Eine Rückkehr zur Atomenergie wird es nicht geben. Allerdings zerstört Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit diesem Vorschlag die Glaubwürdigkeit des europäischen Ökosiegels für Finanzinvestitionen. Es ist ein Schuss ins Knie für die EU Kommission und ihr Projekt der grünen Transformation. Statt Gelder in Investitionen in die Solar- und Windbranche zu leiten, können damit nun alte und extrem kostspielige Geschäftsmodelle unter falschen Deckmantel weitergeführt werden. Ich habe dazu eine Petition gestartet, damit Atomkraft und Gas nicht in die Taxonomie mit aufgenommen werden.“

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen stellen. Hier war das Interesse an den neuen Vorschlägen der EU hoch. Benigna Bacher, Sprecherin von den Grünen Frauen Offenburg, wollte wissen, ob zukünftige Finanzprodukte dann als nachhaltig verkauft werden könnten, obwohl diese es gar nicht seien. Michael Bloss informierte: „Wo nachhaltig drauf steht, muss auch nachhaltig drinnen sein, sonst verliert das gesamte Regelwerk seine Glaubwürdigkeit. Die Kommission muss Gas und Atom aus der Grünen Taxonomie ausschließen, um deren Glaubwürdigkeit zu gewährleisten und Investitionen in wirklich nachhaltige Energieträger zu lenken. Dafür werde ich mich und die Grüne Fraktion im EU-Parlament einsetzen.“

Abschließend wurde Michael Bloss zu einem persönlichen Austausch nach Offenburg eingeladen, wenn sich die Corona-Lage entspannt hat. „Das ist ein Angebot, dass ich sehr gern annehme.“, versprach der Europa-Abgeordnete zum Ende des Gesprächs. 

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