Fragen zur Ausgleichsfläche Spitalberg

OG-Spitalberg 2014-10 1 OG-Spitalberg 2014-10 2Der Spitalberg war auf Bitten von Grünen-Stadtrat Stefan Böhm Anfang Oktober Ziel eines öffentlichen Rundgangs, zu dem Stadtplanungsleiter Leon Feuerlein auch Fachleute aus Verwaltung und Landschaftgestaltung eingeladen hatte. Die am Spitalberg vorgenommenen Ausgleichsmaßnahmen für das Baugebiet Seitenpfaden haben bei vielen BürgerInnen kritische Fragen hervorgerufen; diese sollten bei dem Rundgang geklärt werden – was aber nach Meinung vieler TeilnehmerInnen nicht zufriedenstellend gelungen ist.  Leon Feuerlein will die offenen Fragen, die die Stadträte Gerhard Schröder (SPD) und Stefan Böhm (Grüne) aufgelistet und eingereicht haben, zeitnah beantworten.

  1. Wurde  der Spitalberg in erster Linie aus formalrechtlichen Gründen als Ausgleichsfläche gewählt, weil keine andere Fläche zur Verfügung stand?
  2. Wurde vor der Wahl des Spitalbergs die gesetzlich vorgeschriebene Bestandsaufname dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten vorgenommen?
  3. Ein Element der Ausgleichsmaßnahme sind Steinriegel und Geröllstreifen. Die mit den Baumaßnahmen betraute Landschaftsgärtnerei betont ausdrücklich, die Steinriegel auftragsgemäß und fachgerecht an den von den Planern vorgegebenen Stellen angelegt zu haben. Damit ist grundsätzlich zu fragen: Warum werden in eine Streuobstwiese Steinriegel für Zauneidechsen eingeplant, obwohl die Zauneidechsen sich hier auch ohne Steinriegel pudelwohl fühlen und zudem solche Steinriegel nicht zu den typischen Elementen einer Streuobstwiese gehören?
    Ein weiteres Element der Ausgleichsmaßnahme sind sog. Benjeshecken. Warum legt man am Spitalberg Benjeshecken an, wo direkt daneben alte Hecken, Totholzhaufen, Holzbiegen etc. Vögeln und anderen Kleintieren natürlichen Lebensraum bieten?
  4. Nur ein kleiner Randbereich des Spitalbergs soll durch Ausbringen von Sand, durch regelmäßiges Mähen und durch Abfuhr des Mähguts zu einer „Magerwiese“ mit der für Streuobstwiesen typischen Blumenvielfalt werden. Warum wird nicht der gesamte Hang in eine artenreiche Streuobstwiese umgewandelt?
  5. Nur die wenigen neu gepflanzten Obstbäume werden künftig im Rahmen der Ausgleichsmaßnahme fachgerecht gepflegt; die dringend notwendige Pflege des restlichen, oft sehr alten Baumbestandes bleibt offen. Ist das sinnvoll?
  6. Die neuen Obstbäume sind ausdrücklich zur Nutzung bestimmt. Warum werden diese Obstbäume mitten in die Benjeshecken hinein gestellt?  Das Obst kann nicht gepflückt oder aufgelesen und die Bäume nicht fachgerecht gepflegt werden. Die Pflanzung in die Benjeshecke ist hinsichtlich Wurzelfraß durch Mäuse sehr bedenklich.
  7. Wer ist mit der Mahd und der Abfuhr des Mähguts beauftragt? Wer pflegt die neugepflanzten Bäume über welchen Zeitraum? Wer pflegt die alten Bäume?
  8. Was kostete die Anlage der Ausgleichsmaßnahme auf dem Spitalberg, was wurde für die zukünftige Pflege veranschlagt? Ist das Geld hinsichtlich all dieser Fragen und Zweifel gut angelegt?
  9. Angesichts dieser eher flickwerkartigen Ausgleichsmaßnahme – Steinriegel, Benjeshecken, einzelne Obstbäume, begrenzte Magerwiese – und der wohl nicht sichergestellten Gesamtpflege der „alten“ Streuobstwiese kann man kaum von einer ganzheitlichen und nachhaltigen Förderung des gesamten Biotops sprechen. Andrerseits wollen wir als konstruktiven Schritt vorschlagen, die bisherigen Maßnahmen als erste Schritte hin zu einer artenreichen, gut gepflegten Streuobstwiese zu betrachten und auf das ganze Areal auszudehnen. Dies müsste Thema in einer der nächsten Sitzungen des Umweltausschuss sein.

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