Ortenauer Grüne fordern: Jedes Dorf im Stundentakt mit ÖPNV anbinden

Die Grüne Kreistagsfraktion hat anlässlich einer Umfrage des Ortenauer Klimabündnissen ihre verkehrspolitischen Ziele im Kreis noch einmal deutlich formuliert.

Sie fordert, dass jeder und jede ohne Privatauto innerhalb des Landkreises mobil sein kann. Auch der ländliche Raum hat ein Anrecht auf einen zuverlässigen und möglichst eng getakteten ÖPNV, wie es in den Städten des Landes schon längst der Fall ist. Das heißt, dass letztlich jedes Dorf im Landkreis von 5 Uhr morgens bis 24 Uhr stündlich an die Nachbarorte bzw. nächstgelegenen Zentren angebunden sein sollte. Diese Verbindung muss zuverlässig angeboten werden, kann jedoch je nach Nachfrage durch ein Rufauto, einen Bürgerbus oder ein Anrufsammeltaxi hergestellt werden.

Die Schweiz macht es in weiten Teilen vor, wie eine solche konsequente Erschließung der Fläche aussehen kann.

Damit der ÖPNV attraktiver wird, darf er nicht teuer sein. Man will deshalb nicht nur das Angebot ausweiten, sondern auch durch günstigere Tarife mehr Nutzerinnen und Nutzer gewinnen. Da durch die Coronakrise über einen längeren Zeitraum erhebliche Einnahmen aus Ticketverkäufen wegfallen, möchte man zunächst ein 30.-€-Ticket für die gesamte Ortenau für zwei Zielgruppen einführen: eine Juniormonatskarte für alle jungen Menschen bis einschließlich 25 Jahre und eine Seniormonatskarte für alle älteren Menschen bereits ab 63 Jahren. Man habe sich in der Vergangenheit im Ortenauer Kreistag mit Anträgen, Anfragen und sonstigen Beiträgen immer für den Klimaschutz stark gemacht und werde dies auch zukünftig tun. Der letzte vom Kreistag angenommene Antrag aus dem Jahr 2019 führte zu Angebotsverbesserungen im ÖPNV von 800.000.-€ pro Jahr.

Der Grüne Kreisverband steht hinter den Positionen der Kreistagsfraktion, geht jedoch noch einen Schritt weiter und fordert, das 30€-Ticket stufenweise auch für untere Einkommensgruppen einzuführen.

Ergänzend betonen die Grünen Ortenau, dass klimafreundliche Mobilität auch besonders von guten Radwegeverbindungen abhängt, um schnelles Vorankommen ganz ohne Co2-Ausstoß zu ermöglichen. Darüber hinaus sprechen gerade in Zeiten von Corona die Minimierung der Ansteckungsgefahr sowie allgemein positive Auswirkungen auf die Gesundheit eindeutig für diese Art der Fortbewegung.

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